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Dutch International Youth Regatta Amsterdam, 9. / 10. Juli 2022

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Paula Veenstra wurde nach Ihren guten Saisonresultaten an die Internationale Juniorenregatta in Amsterdam eingeladen, um sich für den Coupe de la Jeunesse für das holländische Nationalteam zu qualifizieren. Für die erst 15-jährige Paula war es der erste internationale Einsatz überhaupt.

Bereits am Freitag konnte Paula Ihre ersten Trainingrunden auf dem See drehen. Es war ein tolles Training, denn zur selben Zeit ruderte das holländische A- Nationalteam auch auf der Strecke. Das Team liess den Weltcup in Luzern aus, um nochmals Grundlagen zu trainieren. Zu bestaunen waren der Hollandacht, beide Doppelvierer, der Damen Vierer- ohne und Zweier- ohne sowie die Skiff's. Die Teams drehten Runde um Runde in tiefer ruhiger Schlagzahl über zwei Stunden lang.

Nach dem Training gelang es uns die momentan weltbeste Ruderin (Weltruderin des Monats Juli und Gesamtweltcupsiegerin) Karolien Florijn kurz für ein Foto mit Paula zu begeistern. Karlolien nahm sich viel Zeit und redete lange mit Paula. Eine unglaublich nette Person, ganz ohne Starallüren. Nach dem Gespräch setzte sich Karolien wieder auf den Ergo, wir wissen nicht, wie lange sie noch drauf war….

Ein bisschen unklar war die Organisation der Regatta. Wir fanden heraus, dass Paula am Samstag kein Rennen fahren musste oder durfte. Somit wurde der Samstag nochmals für ein lockeres Training genutzt.

Allgemein war die Organisation sehr locker. Niemand hatte Startnummern an den Booten, das Tenue, die Lizenzen und die Boote wurden nicht kontrolliert wie in der Schweiz. Nach Nachfrage bei einer Trainerin, weshalb keine Startnummern Pflicht seien, gab sie zur Antwort: "Das sei doch nur Aufwand für nichts". Es sei doch streng immer die Nummern zu holen und zu wechseln, dabei könnten die Nummern ja auch verloren gehen. Aber das wichtigste stimmte an dieser Regatta und das war die präzise Zeitmessung, mit sofortiger Onlinestellung der jeweiligen Zeiten

Am Sonntagmorgen früh ging es dann los für Paula. Es war ein Rennen um alles oder nichts. Paula musste gemäss Angaben des Nationaltrainers nur die niederländische Juniorin Juliette Potjer schlagen. Alle anderen Mädchen in diesem Lauf waren schon in Mannschaftsbooten für den Coupe selektioniert oder kamen von Belgien. Paula gelang ein super Start, sie lag nach 250m bereits zwei Bootslängen vor Juliette. Dies blieb auch so bis zur 1000m Marke. Ab dann holte Juliette Schlag um Schlag auf. Man erkannte, dass die zwei Jahre ältere Juliette über eine bessere Ausdauer verfügte. Zwei kleine Fahrfehler mit Bojenberührungen auf Backbord von Paula wirkten sich dann zusätzlich negativ aus und Juliette kam immer näher. Die Ruderinnen wurden von den Coaches auf ihren Velos vom Ufer aus angefeuert. Alles zurufen vom Headcoach Dani nützte nichts, Juliette kam immer näher und näher. Dann war es 250m vor dem Ziel passiert und Paula wurde überholt. Paula versuchte nochmals alle Reserven zu mobilisieren und kam dann fast wieder an Juliette heran. Am Schluss überquerte Juliette die Ziellinie 3/10el Sekunden vor Paula, dies entspricht etwa einem Meter. Im ersten Moment waren alle frustriert, die Teilnahme am Coupe war verloren, aber es legte sich rasch. Der Nationaltrainer gratulierte Paula zu der Leistung mit persönlicher Bestzeit von 8min 16sek.

Der Versuch hat sich auf jeden Fall für alle Beteiligten ausbezahlt. Paula konnte viel Erfahrung sammeln und hat sich perfekt auf das Rennen vorbereitet und dabei viel gelernt. Paula wird über den nächsten Winter an Ihrer Ausdauer und Technik feilen, dann wird es im 2023 sicher klappen.

Die Regatta fand auf der berühmten Bosbaan in Amsterdam statt: (aus Wikipedia)
Die Strecke wurde in den 1930er-Jahren als Projekt der Arbeitsbeschaffung mit fünf Bahnen im Amsterdamer Stadtwald („Amsterdamse Bos“) gebaut. Am 12. Juni 1937 wurde sie dann durch Königin Wilhelmina eröffnet. 1954 wurden auf der Bosbaan die ersten Ruder-Europameisterschaften, an denen weibliche Ruderinnen teilnehmen durften, ausgetragen. Anlässlich der Austragung der Ruder-EM 1964 wurde eine weitere Bahn hinzugebaut. In den frühen 1970er Jahren wurde eine weitere Bahn gebaut, die als Ersatz benutzt wurde. Somit besaß die Bosbaan sechs Bahnen für die Rennen sowie eine weitere als Reserve. Im Jahr 1977 wurden das erste Mal Ruder-Weltmeisterschaften auf der Strecke ausgetragen. Die Deutsche Demokratische Republik gewann insgesamt 14 Medaillen, darunter 11-mal Gold, und wurde somit die erfolgreichste Nation. 1990 und 1991 wurde jeweils ein Ruder-Weltcup ausgetragen. Von 2001 bis 2002 wurde die gesamte Regattaanlage von der Stadt Amsterdam sowie dem Koninklijke Nederlandse Roeibond renoviert und ausgebaut. Sie besitzt jetzt acht Bahnen, neue Bootshäuser, neue Startanlagen und ein neues Zeitmesssystem. 2005 und 2011 wurden die U23-Weltmeisterschaften im Rudern und 2007 ein Weltcup ausgetragen. Außerdem wurde die Strecke vom Weltruderverband FISA als Veranstaltungsort für die Ruder-Weltmeisterschaften 2014 ausgewählt. Vom 24. bis 31. August 2014 wurden die Weltmeister in 27 Bootsklassen ermittelt.
Die Strecke ist 2300 Meter lang und 118 Meter breit. An der tiefsten Stelle ist sie 2,2 Meter tief. Sie ist ausgerüstet mit einem Albano-System auf allen acht Bahnen.
Der Koninklijke Nederlandse Roeibond hat an der Strecke ein Leistungszentrum. Außerdem wird die Strecke noch durch die Freie Universität Amsterdams genutzt.
In den letzten Jahren wurde die Strecke nicht mehr zur Durchführung von Weltcups oder Weltmeisterschaften genutzt. Man fand heraus, dass es unfaire Strömungen, durch Wind verursacht, geben kann und einige Bahnen langsamer, respektive schneller sind.

Headcoach Basler Ruder- Club, Daniel Blaser

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