523cm Rheinhalle 05:30 21:32

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Trainingslager Varese 17.-24.04.2019

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Trainingslager in Varese: Die Sicht eines alten Master-Ruderers

Ich weiss nicht, was mich geritten hat, als ich mich für das Oster-Trainingslager in Varese anmeldete. Schliesslich hatte ich das AHV-Alter seit ein paar Jahren erreicht und mich deshalb entschlossen, keine Master-Rennen mehr zu fahren. Warum also tat ich mir das an? Einfach, weil das Angebot von Thomas Melges stand, und weil ich Zeit und Lust hatte. So fuhr ich mit Master-Kollegin Eva Keller an diesem hellen Frühlingstag nach Varese und checkte im gemütlichen Hotel Mariuccia ein, das mit einem schönen Garten direkt am See und neben der Rennstrecke liegt. Der Bus mit den Junioren war schon angekommen, ebenfalls die beiden Bootswagen. Dank der vielen geübten Hände waren die Boote im Nu aufgeriggert, und schon ging es unter idealen Bedingungen aufs Wasser. Während bei den Jungen schon im ersten Training die Post abging, war für mich der Anfang schwierig. Nach der langen Autofahrt konnte ich kaum aufrecht gehen. Thomas war zu Recht nicht zufrieden mit meiner Ruderei, und ich auch nicht. Am nächsten Tag, nach einem ausgezeichneten Abendessen und genügend Schlaf, ging es dann schon viel besser. Zusammen mit Christine und Alex Renold fuhren Eva und ich abwechselnd im Skiff, Zweier und Vierer, und vor allem den letzteren bekamen wir schliesslich so zum Laufen, dass es echt Spass machte. Bitte fragt aber nicht, wie schnell wir waren! Ein paarmal versuchten wir auf der Bahn einen 500er oder 1000er mitzufahren, im Zickzack zwischen den Bojen, und mit ein paar der U15-Boote konnten wir einigermassen mithalten...
Das war aber voll ok. Mir machte es riesig Spass, unseren regattierenden Jugendlichen beim Training zuzuschauen. Neben dem Wasser eine fröhliche und herumalbernde Bande, gehen sie im Boot mit einem Ernst ans Werk, der beeindruckend ist. Und hej, sie sind gut! Spätestens seit den Erfolgen des letzten Jahren wissen wir es alle und können stolz auf (alle!) unsere BRC-Juniorinnen und -Junioren sein. Abgesehen von der Schnelligkeit ist ein Boot, in dem mehrere Leute exakt synchron das Gleiche tun, sowohl mit ihren Rudern als auch mit ihrer Haltung, einfach wunderschön anzuschauen. Das kommt nicht von heute auf morgen; wenn ich es mit meiner Regatta-Zeit als Junior vergleiche, sind Trainingsaufwand und -intensität drastisch gestiegen und wahrscheinlich am Limit. Trotzdem blieb die Stimmung in Varese immer gut, sicher auch wegen der kompetenten Betreuung durch Cedric, Thomas und ihre jungen Hilfstrainer/innen. Diese Jungen erholen sich einfach beneidenswert schnell! Allerdings, anders als in Pfadilagern war es in der Nacht fast schon unheimlich ruhig im Hotel: geschlafen haben alle gut.
Natürlich wurde nicht nur gerudert in Varese. Die gemeinsamen Essen waren immer unterhaltsam und lustig. Dann glaubte Thomas Melges, uns seinen 50. Geburtstag verheimlichen zu können, was ihm gründlich misslang. Auf Initiative unserer Master-Frauen erklärte sich der (wirklich sehr liebe) Hotelchef und sein Koch bereit, eine grosse Geburtstagstorte zu backen. So konnten wir am Abend alle Thomas hochleben lassen, ob er wollte oder nicht. Die Jungen stürzten sich wie ein Heuschreckenschwarm über die Torte; sie war im Nu weggeputzt. Ferner ist noch ein absurder Zwischenfall zu berichten, verbunden mit dem einzigen grösseren (unverschuldeten!) Bootsschaden. Mitten in der Nacht schleppte eine Gruppe betrunkener ansässiger Jugendlicher den 4midable über den Zaun des Bootslagers, schleifte ihn über den Steg, und liess ihn auf dem See wegschwimmen. Nach Alarmierung durch den Hotelchef fuhren Thomas und Cedric mit dem Motorboot der Windrichtung nach ins Dunkle und fanden das Boot wie durch ein Wunder mitten auf dem See, etwas angetüscht aber zum Glück ohne Leck. Wir haben einiges erlebt da unten!

 Matthias Chiquet

 

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